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Red Dead Redemption 2 | Test

System: PlayStation 4, Xbox One

Erscheinungsdatum: bereits erschienen

Ich hasse Western. Obwohl ich ein Kind der 70er Jahre bin und quasi in der Blütezeit der Spät-Spaghetti-Western-Ära aufgewachsen bin, bin ich mit dem Thema des Wilden Westens nie wirklich warm geworden. Als leidenschaftlicher PC- und Konsolenspieler kommt natürlich irgendwann der Moment, wo man auf Red Dead Redemption trifft. Damals, als das Spiel herauskam, habe auch ich mich von dem Red-Dead Redemption-Virus anstecken lassen und das Spiel gekauft und angespielt. Schnell musste ich jedoch erkennen, dass meine Aversion sowohl gegen Western als auch gegen Open-World-Spiele stärker als jeder Marketing-Virus war und so landete das Game im Regal und staubte vor sich. Damit war dann auch das Kapitel Read Dead Redemption bis heute für mich geschlossen.

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Nun ein paar Jahre später rotiert nun Red Dead Redemption 2 in meinem Konsolen-Laufwerk und ich habe mich entschlossen dem Spiel, als auch dem Genre Wilder Westen eine neue Chance zu geben Diese Entscheidung hat sich im Nachhinein als goldrichtig herausgestellt, denn was ich dann nach dem Start-Bildschirm da zu sehen bekam, hat mich echt aus den Cowboy-Boots gehauen.  

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Das Spiel hat mich nämlich gleich mitten ins Geschehen geworfen, als sich Arthur Morgan, in dessen virtuelle Haut wir schlüpfen, und seine Gang nach einem fehlgeschlagenen Raubüberfall in der Stadt Blackwater auf der Flucht befindet. Während ihnen Bundesagenten und Kopfgeldjäger dicht auf den Fersen sind, drohen zunehmende interne Streitigkeiten, die Van-der-Linde-Gang auseinanderzureißen. Unser Held muss sich nun zwischen seinen eigenen Idealen und der Loyalität zu der Gang, mit der er einst aufgewachsen ist, entscheiden. Soweit die Zusammenfassung der ersten paar Spielstunden, doch danach geht es erst so richtig los und wir stürzen uns mit Arthur Morgan in ein riesiges Abenteuer, mit vielen spannenden Orten, Menschen und Geschichten.

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War der Spielumfang von Red Dead Redemption schon groß ist die Welt von Red Dead Redemption 2 enorm. Schon die Hauptstory wird dich stundenlang beschäftigen. Echte Open-World Fans wissen jedoch das man vor allem in den Nebenquests spannende Geschichten erlebt, deshalb gilt es auch diese zu spielen. Solltest du dann noch etwas Zeit übrighaben, hat Rockstar Games noch ein paar kurzweilige Mini-Games draufgepackt. Ich habe mich jedenfalls bei Five Finger Fillet, Blackjack, Domino und Poker stundenlange amüsiert und dabei völlig auf die Zeit vergessen.

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Obwohl die Haupt- und Nebenquests spannend und unterhaltsam sind, ist der wahre Held des Spiels die atemberaubende Grafik und dabei vor allem die unglaubliche Liebe zum Detail, die wohl jeden Westernfan die Freudentränen in die Augen treibt. Akribisch haben sich die Mädels und Jungs von Rockstar Games mit den USA des beginnenden 19. Jahrhunderts auseinandergesetzt habe, denn die Welt wirkt aufgrund seiner Detailverliebtheit so realistisch, dass ich manchmal nur so durch das Spiel spaziert bin, um mich an den feinen Texturen zu erfreuen. Die perfekt inszenierte Fauna, Flora und Wetterbedingungen runden den Megarealismus ab – nie war es möglich in die Westernepoche tiefer einzutauchen als mit Red Dead Redemption 2. Ich denke noch näher kommt man eigentlich nur mehr mit Virtual Reality oder wenn man in einen DeLorean DMC-12 mit Fluxkompensator steigt und zurück in die Zeit reist.

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Wunderschön ist auch der Soundtrack. Sowohl die optimal eingespielte Country-Musik, als auch die abertausenden realen Soundfiles haben mich noch tiefer ins Spielgeschehen gezogen. Wie nahe das Game hier an der Realität ist, kannst du ausprobieren indem du sich einfach mal neben einen Bergbach stellst und dem Rauschen zuhörst – so schön kann die Natur klingen.

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Da die Welt von RDR2 so rieeeesig ist werden Käufer noch monate- wenn nicht sogar noch jahrelang ihre Freude an diesem tollen Spiel haben, denn Rockstar Games ist ja bekannt für Qualität und nicht für Quantität zu stehen – sprich es werden im Laufe der Jahre wenige Spiele veröffentlicht. Diese werden dafür jahrelang mit neuen, teils gratis Inhalten, unterstützt. Für viel Diskussion sorgt derzeit die fehlenden Schnellreisemöglichkeiten. Sicherlich ist es ungewöhnlich nicht mehr schnell durch von Punkt A nach Punkt B reisen zu können, passt allerdings aus meiner Sicht sehr gut zum Grundgefühl des Spiels, denn es lädt mehr dazu ein die Umgebung inklusive Nebenquests zu erkunden, als mal schnell das Game „durchzusprinten“.

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Abschließend möchte ich noch auf einen Österreich-Bezug in Red Dead Redemption 2 hinweisen. Leopold Strauss, der Buchhalter, oder sagen wir lieber der Geldhai, der Van-der-Linde-Gang kommt ursprünglich aus Österreich – witzig, wie ich finde 🙂

Fazit: Das Spiel hat mich, obwohl ich ein Western-Skeptiker bin, positiv überrascht und beeindruckt. Rockstar liefert mit Red Dead Redemption 2 ein atemberaubendes Gesamtpaket ab und legt die Latte für zukünftige Open-World-Spiele erheblich höher.

Grafik
Sound
Preis / Leistung

Perfekt!

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